Berlin/Brüssel – Europa steht vor einer doppelten Belastungsprobe: Hohe und schwankende Kosten fossiler Energie treffen auf die zunehmenden Folgen der Klimakrise. 189 Organisationen aus ganz Europa, darunter der NABU, fordern deshalb die EU-Kommission heute in einem gemeinsamen Brief auf, einen wissenschaftsbasierten Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorzulegen.
Aus Sicht des NABU braucht Europa eine klare Strategie, um sich dauerhaft aus der Abhängigkeit von fossilen Energien zu lösen und damit Energiekrisen, Klimaschäden und geopolitische Risiken gemeinsam anzugehen. Allein die jüngste fossile Energiekrise hat Europas Haushalte und Unternehmen mit zusätzlichen Energiekosten in Milliardenhöhe belastet, während Hitze, Dürren und Waldbrände die Folgen der Klimakrise immer deutlicher machen.
„Europa zahlt für seine fossile Abhängigkeit gleich doppelt: mit hohen Energiekosten und mit den immer gravierenderen Folgen der Klimakrise. Die EU-Kommission muss jetzt den Ausstieg aus fossilen Energien sozial gerecht und im Einklang mit der Natur voranbringen, die Bundesregierung muss sie dabei unterstützen“, sagt Raphael Weyland, Leiter des NABU-Büros in Brüssel.
Der gemeinsame Brief fordert die Kommission auf, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten der fossilen Abhängigkeit zu analysieren und einen sektorübergreifenden Ausstiegspfad vorzulegen. Für den NABU gehört dazu auch, natürliche Lösungen deutlich stärker in den Mittelpunkt europäischer Klimapolitik zu rücken. Intakte Wälder, Moore, Böden und Auen speichern Kohlenstoff, schützen vor Hochwasser und Dürre und machen Europa widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise.
„Wer heute in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und intakte Ökosysteme investiert, senkt langfristig Kosten und stärkt Europas Unabhängigkeit. Naturbasierte Lösungen sind keine Ergänzung der Energiewende, sie sind eine ihrer wichtigsten Voraussetzungen“, so Weyland.
Gemeinsamer Verbändebrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hier |