NABU-Pressemitteilung 17.07.2026



Wirtschaft/Politik
Wirtschaftsfaktor Umwelt schwächelt: NABU fordert mehr nachhaltige Investitionen
Rieger: Intakte Ökosysteme sichern langfristigen Wohlstand / Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen

Berlin – Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Wirtschaftsfaktor Umweltschutz zeigen erstmals eine leicht rückläufige Entwicklung. Der Umsatz mit Umweltgütern sank um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Beschäftigungszahl stagnierte. Aus Sicht des NABU ist das ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Denn Investitionen in Natur-, Klima- und Umweltschutz stärken nicht nur den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen, sondern sind zugleich ein wichtiger Motor für Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2024 in Deutschland 117,5 Milliarden Euro Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz erwirtschaftet . Die Zahl der "Green Jobs" blieb im Jahr 2024 mit rund 404 900 nahezu auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Die Investitionen der Industrie für den Umweltschutz im Jahr 2024 betrugen 21,8 Milliarden Euro. 

Wissenschaftliche Studien des NABU zeigen indes, wie wertvoll intakte Natur für die Wirtschaft ist: Global entstehen durch den Verlust biologischer Vielfalt jährlich Schäden von bis zu 30 Billionen US-Dollar. In Deutschland könnte hingegen bereits eine Verbesserung der biologischen Bodenvielfalt um ein Prozent einen jährlichen volkswirtschaftlichen Mehrwert von rund 14 Milliarden Euro schaffen

„Die aktuellen Zahlen sind ein erstes Warnsignal für die Bundesregierung und das Top-Management der Unternehmen“, sagt Daniel Rieger, Leiter des NABU-Fachbereichs Transformation und Allianzen. „Intakte Ökosysteme sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Ohne sie kommen Lieferketten zunehmend unter Druck, sind Standorte Extremwetterereignissen ausgesetzt und sinkt die Profitabilität von Geschäftsmodellen bis hin zur Unwirtschaftlichkeit. Nur wenn wir unsere Umwelt fest im Blick behalten, können wir auch künftig erfolgreich wirtschaften. Denn weniger Ressourceneffizienz, Klimaschutz und biologische Vielfalt bedeutet auch weniger Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft. Gerade jetzt braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Engagement stärken und Investitionen in ein nachhaltiges Wirtschaften erleichtern.“ 

Die Entwicklung verdeutlicht aus Sicht des NABU, dass wirtschaftlicher Erfolg und Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz untrennbar miteinander verbunden sind. Unternehmen, die in nachhaltige Technologien, ressourcenschonende Produktionsverfahren oder den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen investieren, sichern ihre Zukunftsfähigkeit und erschließen neue Märkte. Zahlreiche Unternehmen gehen diesen Weg bereits heute und zeigen, dass ökologisches Engagement und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. 

„Diese Unternehmen brauchen jetzt starken politischen Rückenwind“, so Rieger. „Deutschland muss die ökologische Transformation als wirtschaftliche Chance begreifen. Wer Natur und Klima schützt, stärkt zugleich die Resilienz unseres Wirtschaftsstandorts. Deshalb gilt es, unternehmerisches Engagement gezielt zu fördern und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Investitionen konsequent zu verbessern.“

Mit mehr als 980.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns  
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