NABU-Pressemitteilung 27.05.2026



Wölfe in Deutschland
Tag des Wolfes: Jagddebatte geht an der Realität vorbei 
Neues Jagdgesetz ersetzt keinen konsequenten Herdenschutz und schafft neue Probleme - Faktencheck veröffentlicht 

Berlin - Zum Tag des Wolfes am 30. April warnt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vor einer einseitigen Jagd-Debatte. Statt Lösungen zu fördern, droht sie die Erfolge der letzten 26 Jahre im Zusammenleben von Mensch, Weidetieren und Wolf zu gefährden. Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz wird aus NABU-Sicht keine Probleme lösen, sondern neue schaffen. 

NABU-Expertin für Wölfe und Beweidung Marie Neuwald erklärt: „Die politische Debatte kreist seit Jahren fast ausschließlich um Abschüsse. Dabei verhindert Bejagung keine Risse – das leistet nur wirksamer Herdenschutz. Entscheidend ist, dass Weidetierhaltende verlässlich unterstützt und beraten werden und die Politik hier Verantwortung übernimmt.“ 

Rechtliche Unsicherheiten und falsche Anreize 

Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ist Anfang April in Kraft getreten. Der NABU appelliert an die Länder, nicht in eine reguläre Bejagung einzusteigen, und warnt vor einem Flickenteppich unkoordinierter Abschüsse. „Beginnen Länder jetzt unkoordiniert mit der Jagd, droht ein Rückfall in einen ungünstigen Erhaltungszustand – mit Konflikten zum EU-Recht“, so Neuwald. Mindestens braucht es länderübergreifende, wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Sicherung des Erhaltungszustands, die neben Abschüssen auch Verluste durch Verkehr und Krankheit einbeziehen 

Herdenschutz wirkt – Bejagung nicht 

Herdenschutz wirkt nachweislich: Die Risszahlen sinken seit Jahren, obwohl die Zahl der Wölfe steigt. Grund sind Förderprogramme und das Engagement vieler Betriebe. 
Neuwald betont: „Bejagung darf nicht als Ersatz oder Erleichterung für Herdenschutz verkauft werden. Wölfe halten dadurch nicht mehr Abstand zu Weiden und bleiben für ungeschützte Tiere ein Risiko “ 

Etablierte Strukturen und Wissen gehen verloren 

Der NABU warnt zudem vor dem Abbau bewährter Förder- und Beratungsstrukturen. Zuständigkeitswechsel und der politische Fokus auf Jagd verunsichern viele Weidetierhaltende. 
 Deutschland verfügt über eines der besten Wolfsmonitorings Europas sowie praxiserprobte Konzepte im Umgang mit problematischem Wolfsverhalten. „Dieses Wissen darf nicht der Illusion geopfert werden, Jagd könne das Problem lösen“, so Neuwald. 

Neuer Faktencheck zu Wolf und Herdenschutz 

Zum Tag des Wolfes veröffentlicht der NABU einen Faktencheck zu zehn verbreiteten Vorurteilen und Missverständnissen – etwa zu Herdenschutzzäunen und Sprungverhalten von Wölfen. Antworten gibt es unter: www.nabu.de/tdw2026 

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Für Rückfragen: 
Marie Neuwald, Referentin Wölfe und Beweidung, Wolfsprojekt@NABU.de, +49 30 284 984-1624. 

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